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VereinsgeschichteIm Jahre 1910 wurde der MTV Luhdorf-Roydorf gegründet. Das bedeutet, dass wir in zwei Jahren ein großes Jubiläum, nämlich den einhundertsten Geburtstag feiern. Alle Luhdorf und Roydorfer sind dazu bereits jetzt eingeladen, aber auch aufgefordert einen Beitrag zum Gelingen der Feierlichkeiten beizutragen. Im Jahre 1960 zählte der Verein 130 Mitglieder. Luhdorf hatte damals ca. 1000 Einwohner. Im Jahre 2008 hat Luhdorf etwas über 2000 Einwohner und der Verein ca. 1300 Mitglieder. Dies ist eine enorm positive Vereinsentwicklung und verdeutlicht, welche Stellung ein funktionierender Verein in der heutigen Gesellschaft einnehmen kann. Die Männer der „ersten eineinhalb Stunden“ (Gründungsversammlung am 15. März 1910/ 19:30 – 21:00 Uhr in Rundt´s Gasthaus) waren: Lehrer Weddrien, Hermann Kiehne, Hermann Meyer, Friedrich Behr, Wilhelm Tangermann, Ernst Meyer, Otto Buhr, Gustav Rundt. Auch 1910 ging es im und um den Verein herum schon um Gesellschaftsleben. Natürlich standen Turnen und Athletik und damit die körperliche Ertüchtigung im Vordergrund. Aber das im Gründungsjahr ein Spielmannzug (damals noch Trommler-und-Pfeifer-Korps genannt) in´s Leben gerufen wurde, zeugt davon, dass auch andere Dinge wichtig waren. Das Motto „Freude, Kameradschaft und Geselligkeit“ hat bereits vor fast einhundert Jahren in diesem Verein eine große Rolle gespielt. Ein weiterer Beweis dafür ist die Einrichtung einer Laienspielgruppe im Gründungsjahr. Im selben Jahr wurde dann auch am zweiten Weihnachtsfeiertag der erste Sportlerball gefeiert. Turnen und Leichtatletik wurde im Sommer auf dem Höllenberg und im Winter in Rundt´s Gasthaus geübt, bevor man sich im sportlichen Wettstreit mit den benachbarten Vereinen aus Pattensen, Scharmbeck, Winsen, Bardowick und anderenorts maß. Nun kamen auch die ersten Ballsportarten dazu. Faustball und Schlagball wurde gespielt. Eine weitere positive Entwicklung: Im Jahre 1920 wurde die erste Damenriege eröffnet. Beim Turnfest 1921 wetteifert man mit 13 befreundeten Vereinen nicht nur im Faustball und Laufen sondern auch im Tauziehen. 1922 wurden die ersten Handballtore erworben und 1923 nimmt die erste Fußballmannschaft das Training auf. Aber dieses Jahr ist mehr von wirtschaftlichen als von sportlichen Dingen geprägt. Wegen der ständigen Geldentwertung wird beschlossen, dass der Monatsbeitrag für den Turnverein dem Preis eines Glases Bieres entsprechen soll. Die fortschreitende Inflation nimmt so groteske Züge an, dass das Eintrittsgeld einer Sommerveranstaltung 2000,-- Mark pro Person beträgt. Vom Überschuss dieser Veranstaltung in Höhe von 350.000,-- Mark werden einhundert MTV-Abzeichen und ein Faustball erworben. Nach der Währungsreform beträgt dann der Beitrag 30 Pfennige im Monat. 1928: Großer sportlicher Erfolg. Gegen die Städtemannschaften Harburg, Stade und Soltau wird der MTV Luhdorf-Roydorf Meister der Ligaklasse des Unterelbe-Gaus im Faustball. Die gemeinsamen Himmelfahrtsausflüge sind Wanderungen und führen die Sportler in den zwanziger und dreißiger Jahren nach Bergedorf, in den Rosengarten oder auch in den Sachsenwald; Entfernungen, die sich heute viele nicht einmal mit dem Fahrrad zumuten. 1939 gab es eine sportliche Höchstleistung: Peter Wind aus Roydorf nimmt an der Norddeutschen Jugendmeisterschaft im 3000 m-Lauf in Bremen teil und qualifiziert sich für die Deutsche Meisterschaft in Breslau. Dazu kommt es aber leider nicht mehr. Krieg verhindert jeden weiteren Sportbetrieb. 1946 Wiederaufbau durch fleißige Hände. Beschaffung von Sportgeräten. Nicht einfach ohne finanzielle Mittel. Es werden folgende Abteilungen betrieben: Fußball, Handball, Faustball, Leichtathletik. Bis 1955 entwickelte sich ein turbulentes und sehr aktives Vereinsleben. Die Mitgliederzahl wuchs. Neben sportlichen Erfolgen feierte man 1950 das vierzigjährige Jubiläum. Der Bau eines Umkleidehauses mit Dusche wird angeschoben und am 22. April 1956 wird der in Eigenleistung erstellte Bau eingeweiht. In den 60-er Jahren werden die sportlichen Anstrengungen größer. Vergleichswettkämpfe in Hamburg, Pattensen, Garstedt, Wulfsen, Toppenstedt, Stöckte und Borstel prägen das Vereinsleben. Theater, Musik und Tanz werden regelmäßig gepflegt. Krönung dieses Jahrzehnts war das Kreiskindersportfest 1968 auf dem Höllenberg mit 1.750 Kindern. Eine organisatorische Meisterleistung, angeführt von Peter Wind. 1972 zerschlagen sich die optimistischen Pläne zum Bau einer Sporthalle gleichzeitig mit dem Verlust der politischen Selbständigkeit der Dörfer Luhdorf und Roydorf. 1973 wird mit enormem Einsatz vieler Mitglieder der Bau einer Gymnastikhalle verwirklicht. 1983 Seniorengymnastik erfreut sich großer Beliebtheit. Neue Gruppen finden sich. Seit fünfzehn Jahren steht die kleine Gymnastikahalle und diese erweist sich als zu klein und ist nun auch Renovierungs- und Restaurierungsbedürftig. Also schiebt Peter Wind den Bau einer Großraumhalle an. Eine Halle kleineren Ausmaßes würde dazu führen, dass die erfolgreichen Damenhandballerinnen (Heideliga) weiter ihre Heimspiele in Winsen austragen müssten. Das Beharren auf eine Spielfeldgröße von 20 x 40 Metern erweist sich in der rückwärtigen Betrachtung als „goldrichtig“. Mit dieser attraktiven Sportstätte steigt die Mitgliederzahl innerhalb weniger Jahre um über 100 %. Die Folge: An- und Ausbau wird notwendig. Im Jahre 2000 wird das Dach über dem „Sozialtrakt“ abgenommen und es wird aufgestockt. Der Sportbetrieb läuft auf der Baustelle weiter. Über 5000 Arbeitsstunden werden von den Mitgliedern aller Sparten erbracht. Dieses Projekt hat nach Abschluss eine Wertigkeit von 1 Million DM. Davon trägt die Stadt Winsen mit einem Zuschuss von über 600.000 DM wieder den gößten Teil. Die Möglichkeit zur Einrichtung eines Bootshauses an der Luhe kommt finanziell gesehen zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt. Aber auch hier kann 2002 Einweihung gefeiert werden, weil alle Recourcen des Vereins genutzt werden und auch hier die selbstlose Eigenleistung der Mitglieder im Vordergrund steht. Das Prinzip der Solidargemeinschaft wird gelebt. Nicht die Frage:„Was erhalte ich für meinen Beitrag?“ sondern „Was kann ich für diesen Verein leisten!“ ist für viele eine Selbstverständlichkeit. 2008: In diesem Jahr hat Gustav Peters nach 40-jähriger Tätigkeit die Aufgabe als Kassenwart abgegeben. Im Herbst feiert er dann fünfzigjähriges Bühnenjubiläum in der Laienspielsparte. Dieser ehrenamtliche Einsatz über all die Jahre ist vorbildlich und kaum zu übertreffen. |
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